Coxarthrose

Unter Coxarthrose versteht man den Verschleiß des Hüftgelenks. Im Röntgenbild kann man erkennen, wie stark die Arthrose das Hüftgelenk und angrenzende Knochenstrukturen verändert hat.

Hüfte und Hüftgelenk können durch verschiedene Krankheiten geschädigt werden: hierzu zählen Knochenbrüche, Entzündungen oder entzündliche Gelenkerkrankungen sowie Stoffwechselkrankheiten.

Häufig entsteht eine Coxarthrose auch bei einer deformierten Hüfte. Dabei liegt der Hüftkopf nicht korrekt in der Hüftpfanne. Das ist etwa der Fall bei Hüftdysplasie (Fehlentwicklung des Hüftgelenks), Morbus Perthes und Epiphyseolysis capitis femoris. Diese Krankheiten bestehen schon bei der Geburt beziehungsweise treten im Kindes- oder Jugendalter auf. Sie führen aber oft erst viele Jahre später zu einer Hüftgelenksarthrose.
Je nach Stadium und Form der Coxarthrose kann ich durch eine gezielt kombinierte manual therapeutische Behandlung erheblich zur Schmerzlinderung und Verbesserung des Gangmusters beitragen. Hier kann eine deutliche Verschiebung einer Operation nach hinten erreicht werden.

Wie entsteht eine Hüftgelenkarthrose?

Hüftarthrose kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, unter anderem:

  • familiäre Veranlagung
  • angeborene Fehlstellungen der Hüfte (Hüftdysplasien)
  • seltene angeborene Hüfterkrankungen
  • starkes Übergewicht
  • schwere körperliche Arbeit, zum Beispiel auf dem Bau
  • Sportarten mit intensiven Stoßbelastungen wie Fußball oder Handball
  • entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis
  • frühere Hüftverletzungen, zum Beispiel Knochenbrüche im Bereich des Hüftgelenks oder ein ausgerenktes Hüftgelenk
  • das sogenannte Hüftimpingement: Hierbei führen knöcherne Auswüchse am Gelenk zu Engstellen zwischen Hüftkopf und Gelenkpfanne

Meist spielen bei der Entstehung einer Hüftarthrose mehrere Faktoren eine Rolle.

Wie ist der Verlauf einer Coxarthrose?

Die Gelenke verändern sich bei jedem Menschen im Laufe des Lebens: Der Knorpel wird dünner und der Gelenkspalt schmaler. Dadurch sind die Knochen nicht mehr so gut vor Druckbelastungen geschützt. Sie reagieren darauf, indem sie neue Knochensubstanz bilden, die dann als Knochen-Neubildungen (sogenannte Knochenspangen oder Osteophyten) im Röntgenbild sichtbar werden.

Verschleiß- und Reparaturvorgänge am Knochen können sich viele Jahre lang ausgleichen. Veränderungen am Gelenk führen daher nicht zwangsläufig zu Beschwerden. Man schätzt, dass etwa drei Viertel aller Menschen mit im Röntgenbild sichtbarer Arthrose gar keine oder kaum Symptome entwickeln. Dann handelt es sich um eine Altersveränderung, die nicht behandelt werden muss.

Wie eine Hüftarthrose verläuft, lässt sich nicht sicher vorhersagen. In einer großen niederländischen Studie wurden Menschen mit Hüftarthrose fünf Jahre lang regelmäßig untersucht, um den Verlauf der Erkrankung zu beobachten. Dort hatten etwa

  • 40 % leichte, über fünf Jahre relativ gleichbleibende Schmerzen;
  • 20 % mittelstarke, ebenfalls relativ gleichbleibende Schmerzen;
  • 25 % mittelstarke Schmerzen, die im Laufe von fünf Jahren stärker wurden und
  • 15 % andauernde starke Schmerzen.

Die Schmerzen können auch in Schüben auftreten: Dann wechseln sich Phasen stärkerer Beschwerden mit beschwerdefreien oder beschwerdearmen Phasen ab. Nicht immer bedeutet eine Arthrose, dass die Hüfte irgendwann so stark geschädigt ist, dass sie operiert werden muss.

Welche Symptome hat eine Hüftarthrose?

Eine Hüftarthrose beginnt in der Regel schleichend, über mehrere Monate oder sogar Jahre. Zunächst schmerzt das Gelenk oft nur bei Belastung oder auch am Ende eines anstrengenden Tages. Typisch sind Schmerzen beim Gehen und Treppensteigen, außerdem beim Bewegen des (angezogenen) Oberschenkels nach innen – zum Beispiel beim Übereinanderschlagen der Beine. Die Schmerzen können selten aber auch ins Gesäß oder zur Innenseite des Oberschenkels, manchmal sogar bis ins Knie ausstrahlen.

Nach längerer Ruhepause kann sich das Hüftgelenk für bis zu 30 Minuten etwas steif anfühlen, zum Beispiel morgens. Länger andauernde Morgensteifigkeit spricht eher für eine andere Erkrankung, wie zum Beispiel eine rheumatische Gelenkentzündung. Wenn die Hüfte auch in Ruhe oder nachts schmerzt, ist die Arthrose meist schon fortgeschritten.

Veränderungen am Knochen und Verformungen des Hüftkopfs können die Beweglichkeit einschränken und zum Beispiel das Anziehen von Strümpfen oder die Fußpflege erheblich erschweren. Wenn die Arthrose fortschreitet, kann sie zu starken Einschränkungen im Beruf, bei der Haushaltsführung, bei Freizeitaktivitäten und im Sozialleben führen. Diese Alltagsfolgen sind bei einer Hüftarthrose oft die größte Belastung.

Wie wird eine Diagnose "Coxarthrose" gestellt?

Häufig kann die Ärztin oder der Arzt eine Hüftarthrose anhand von typischen Symptomen feststellen. Dazu fragt sie oder er, seit wann die Schmerzen bestehen, wie sie sich anfühlen und wann sie auftreten – zum Beispiel nur bei Bewegung oder auch in Ruhe. Typisch ist der sogenannte Anlaufschmerz, der nach längeren Bewegungspausen auftritt und durch Bewegung schnell verschwindet. Auch nach weiteren Beschwerden wie Morgensteifigkeit sowie nach früheren Verletzungen wird gefragt.

Die Ärztin oder der Arzt tastet dann das Gelenk ab und untersucht, wie beweglich es ist, betrachtet den Gang und prüft, ob das Becken schief steht oder die Beine eine unterschiedliche Länge haben.

Durch eine Röntgenuntersuchung im Stehen werden typische Veränderungen sichtbar: So deutet ein schmaler Gelenkspalt auf eine Arthrose hin. Zudem kann das Röntgenbild Veränderungen am Knochengewebe zeigen, wie zum Beispiel Osteophyten, Knochenverhärtungen und Verformungen des Hüftkopfs. Nur selten ist zusätzlich ein Ultraschall, eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie nötig.

Wenn der Verdacht auf eine andere Erkrankung wie etwa rheumatoide Arthritis besteht, können weitere Untersuchungen wie die Bestimmung von Blutwerten sinnvoll sein. Mögliche Anzeichen für eine andere Erkrankung sind zum Beispiel Rötungen, Schwellungen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle.

Andrei Paul
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Andrei Paul, Physiotherapeut und Dipl. Sportlehrer